Wie man zum schreibenden Misanthropen wird

Lebenslauf – Wie man zum schreibenden Misanthropen wird

Herbert H. T. Osenger

Geb. am 1.12.1958 in Neuss/Rhein

Schulbesuch bis Sommer 1976

Ausbildung zum Industriekaufmann bis Januar 1979

Bundeswehrzeit bis März 1980

Immer wieder verschiedene Jobs bis 1983

Seit 1.10.1983 verheiratet mit Angelika

Bis heute ununterbrochen in der Logistik tätig

Ich habe lange überlegt, ob ich außer den oben aufgezählten Daten noch etwas über mich preisgeben sollte. Ich habe mich dafür entschieden, auch auf die Gefahr hin, dass mich manche Zeitgenossen für einen schrulligen, wenn nicht gar unsympathischen Kauz halten.

Es gibt Menschen, die mich fragen: Wo nimmst du bloß deine Phantasie her? Ich frage mich dann immer: Woher nehmt ihr bloß eure Phantasielosigkeit? Denn es ist ja nicht so, dass der Mensch keine Phantasie hat – er verdrängt sie nur, weil sie in unserer durchrationalisierten Welt nicht gebraucht wird.

Ich habe meine Phantasie nie verdrängt. Ich habe sie gepflegt wie eine seltene Pflanze, und sie hat mir geholfen, über die Härten und Enttäuschungen des Alltags hinwegzukommen. Wenn man schreibt, erschafft man Welten, in denen man selbst die Regeln bestimmt. Man begegnet Gestalten, die lebendiger sind als manche Zeitgenossen aus Fleisch und Blut.

Meine Geschichten sind oft düster, makaber und unheimlich – aber sie spiegeln nur wider, was in den Tiefen der menschlichen Seele schlummert. Wer sich darauf einlässt, wird vielleicht das Gruseln lernen, aber auch den Wert von Mut, Loyalität und Menschlichkeit neu entdecken.